ÖHV-Branchenanalyse

Die österreichischen Beherbergungsbetriebe erzielten zuletzt 135.200.606 Übernachtungen. Die Mehrzahl der Gäste übernachten in Hotels. Damit entsteht der Eindruck, den österreichischen Hotels geht es ausgezeichnet. Wie stellt sich jedoch die wirtschaftliche Lage der Hotels in Österreich dar? Welchen ökonomischen Handlungsspielraum haben die Hoteliers? Im Auftrag der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) ging Herr Westreicher diesen Fragen nach. Die Ergebnisse dieser Branchenanalyse zeigen ein differenziertes Bild.

ÖHV Branchenanalyse

Basierend auf einer Sonderauswertung der KMU Forschung Austria von mehr als 3.000 Jahresabschlüssen österreichischer Hotels bzw. 61% aller Hotels in Österreich stellt Herr Westreicher eine zukunftsgerichtete Betrachtung der Hotelbranche dar und lotet dabei den Handlungsspielraum der österreichischen Hoteliers im Allgemeinen und jenen der Hoteliers in den Bundesländern im Speziellen aus. Dabei teilt er die Gesamtheit der Hotels in zwei Hälften und betrachtet zudem die ergebnisstärksten 25% der österreichischen Hotels (oberes Quartil). Ergänzend dazu weist er auch auf die Ergebnisse der ergebnisschwächeren Hotels hin (unteres Quartil).

Finanzierungspotenzial

Für dem Erfolg eines Hotels ist neben der Dienstleistungsqualität u.a. auch eine ansprechende und gut instandgehaltene Infrastruktur erfolgsentscheidend, mit der die Überlaubsbedürfnisse der Gäste befriedigt werden, z.B. attraktive Zimmergrundrisse und Ausstattung sowie Behandlungsräume.

Selbstfinanzierungspotenzial

Anhand des sogenannten Selbstfinanzierungspotenzials analysiert Herr Westreicher, ob die österreichischen Hotels zumindest die Abschreibung und den Zinsendienst für das Fremdkapital erwirtschaften. Ist dies der Fall, ist der Hotelier in der Lage, die Bausubstanz zu erhalten und erforderliche Ersatzinvestitionen vorzunehmen. Die ÖHV-Branchenanalyse zeigt, dass die Hälfte der österreichischen Hotels aus dem laufenden Betrieb ein operatives Ergebnis erzielen, das geringfügig höher ist als die buchmässige Abschreibung und die Fremdkapitalzinsen (109%). Der Handlungsspielraum für Produkte- und Dienstleistungsinnovationen sowie für Erweiterungs- und Neuinvestitionen ist damit eher eingeschränkt. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Jahresabschlüsse der Hotels die Abschreibung auf Basis der Anschaffungswerte und auf Basis der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen wider geben. Damit werden die Marktbedingungen nur unvollständig abgebildet, nämlich höhere Wiederbeschaffungspreise und kürzere Marktzyklen.

Hausbank

Reicht der aus dem laufenden Hotelbetrieb erwirtschaftete Cashflow für Produkte- und Dienstleistungsinnovationen sowie für Erweiterungs- und Neuinvestitionen nicht aus, bleibt – traditionellerweise – die Finanzierung über die Hausbank. Finanzierungen durch die Hausbank werden für einen Grossteil der österreichischen Hotels zukünftig schwieriger darstellbar sein. Dies u.a. deshalb, da bei der Hälfte der österreichischen Hotels die bestehende Bankenfinanzierung bereits 65% des Unternehmenswertes erreicht. Der Zielwert für gewerblich genützte Immobilien, wie Hotels es sind, liegt bei 50%.

Finanzierungslücke

Erschwerend kommt hinzu, dass die Hälfte der österreichischen Hotels nicht in der Lage sind, die getätigten Investitionen aus dem laufenden Betrieb vollumfänglich zu erwirtschaften.

Pressekonferenz ÖHV-Branchenanalyse

Ausgewählte Ergebnisse der ÖHV-Branchenalyse stellten die Präsidentin der ÖHV, Frau Michaela Reitterer, und Herr Clemens Westreicher bei der Pressekonferenz am 16. Januar 2017 am Rande des ÖHV-Hotelierkongress 2017 in Bad Ischl vor.

Ausführliche Informationen und einen Auszug der ÖHV Branchenanalyse finden Sie hier.

Ausgewählte Medienberichte zur ÖHV-Branchenanalyse

Die regionale und nationale sowie internationale Tages- und Fachpresse berichteten ausführlich über die Ergebnisse der ÖHV-Branchenanalyse. Einen Auszug finden Sie unter den nachfolgenden Links.

 

Vorarlberger Nachrichten: Die Kosten überholen den Umsatz

Tiroler Tageszeitung: Umsätze in der Hotellerie geringer gestiegen als die Kosten

Salzburger Nachrichten: Auslastung heimischer Hotelbetten leicht gestiegen

Wiener Zeitung: Kosten in Hotellerie steigen stärker als die Umsätze

 

Der Standard: Jedes vierte Hotel steht vor dem finanziellen Aus 

Die Presse: Sterbehilfe für marode Hotelbetriebe 

Der Kurier: Bis zu 700 Hoteliers wollen Schlüssel abgeben, können aber nicht

 

Tourist Austria International: Österreichs erfolgreichste Hotels: Tirol Spitze, Steiermark überrascht

ÖGZ: Bitte lasst uns arbeiten

Hotel & Touristik: ÖHV-Kongress – Was wir wirklich brauchen

FMFinanzielle Probleme trotz Nächtigungsplus

 

Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung: Ein Viertel der Betriebe steht vor dem Aus

TOP HOTEL: Branchenanalyse der österreichischen Hotellerie 

 

Wirteverband Basel-Stadt: Umsätze steigen stark, Kosten stärker